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Es werden Posts vom März, 2023 angezeigt.

Reiseerinnerungen

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Es war Anfang der Neunziger Jahre, als wir regelmäßig in den Wochen vor Ostern mit dem grasgrünen Wartburg meines Bruders Richtung Südfrankreich aufbrachen. Der Kofferraum war vollgepackt mit Campingkram und natürlich den Rucksäcken mit dem Kletterzeug. Es ging immer in die Sportklettergebiete im warmen Süden Frankreichs. Gut, oft sorgte der Mistral dafür, dass es uns nicht zu warm wurde. Neben Klettern stand aber auch ein gewisser kultureller Teil auf dem Programm. So wurden auch touristische Ziele heimgesucht, solange sie nah genug an den Klettergebieten lagen. Es war also kein Wunder, das die Gorge du Verdon und auch die Calanques mit ganz oben auf der Liste standen. Die Camarque gehörte da aus Gründen eher nicht dazu.   Das sollte sich nun im Rahmen unserer Reise ändern. Gerade die Camarque stand bei Annett auf dem Pflichtprogramm. Nachdem wir aber noch unsere frankreicherfahrenen Freunde um weitere Tipps gebeten hatten, war das Besichtigungsprogramm ordentlich angewachsen. Zum...

Runter von der Insel

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Obwohl sich Sardinien am Ende redlich Mühe gegeben hat und sich von seiner besten Seite zeigte, mussten wir die Insel eher verlassen als geplant. Wieso? Wir hatten gerade einen guten Lauf, das Wetter war genial, wir konnten Porto Flavia und die Nuraghe Su Nuraxi besichtigen. Dazu gab es einen genialen Stellplatz in einem Musterdorf mit perfekten Ambiente und 2 offenen (!) Pizzerien in der Nachbarschaft. Es war alles perfekt. Da kam plötzlich die Mail der Fährgesellschaft mit der Mitteilung, dass unsere gebuchte Fähre ausfällt. Wegen Schlechtwetter. Nun hatten wir die Wahl, entweder die Fähre 2 Tage früher oder dann mal gleich 4 Tage später zu nehmen. Und da wir nicht gleich unsere Reservetage am Anfang verheizen wollten, buchten wir die frühere Fähre. Damit wurde das Restprogramm auf Sardinien etwas zusammengekürzt. Es reichte aber noch für Tharros und die Reiskornstrände. Und sogar Alghero mit Schokoladenfestival passte noch rein.   Irgendwie sagten aber die Wetterberichte, das da...

Sparsamkeit

Sardinien in der Nebensaison ist was für Sparfüchse. Erst einmal sind alle Campingplätze zu. Das spart viel Geld. Freistehen ist zwar offiziell nicht erlaubt, mangels anderer Möglichkeiten wird es aber teilweise toleriert. Findet man doch mal einen offiziellen Stellplatz, der auch noch geöffnet hat, so sind die Gebühren in der Nebensaison sehr moderat. Eine weitere Möglichkeit zu sparen, sind die geschlossenen Sehenswürdigkeiten. Sofern sie überhaupt geöffnet haben, so sind die Öffnungszeiten in der Nebensaison auf megakurze Zeitfenster am Morgen und am späten Nachmittag beschränkt. Und selbst, wenn man sich darauf einstellt und sich an die Zeiten hält, so kann es doch vorkommen, das einfach geschlossen ist. Ohne irgendein Hinweiszettel am Tor oder einen Hinweis auf der Webseite. In Cagliari haben wir so ganz viel Geld sparen können.  Negativ an der Nebensaison ist aber auch, das ganz viele Restaurantbesitzer noch im Winterschlaf sind oder ihre Lokal auf die Saison vorbereiten. Und...

That's Fähr(e)

Sorry, das blöde Wortspiel im Titel musste sein. Wer kennt das nicht, man plant eine Fähre nach Skandinavien, ins Baltikum oder sogar nach Island zu nehmen. Laut Ticket soll man 2 Stunden vorher beim Checkin sein (natürlich ist man aus Sicherheitsgründen schon 3 Stunden vorher da), nur damit man dann stundenlang vor der Fähre mit den anderen warten darf. Dann endlich darf man in den Bauch der Fähre und hat das Gefühl, das die Verladerampe hinter einem sofort hochgeklappt wird und es losgeht. Diesmal also die Fähre von Livorno nach Olbia auf Sardinien. Ich wäre ja lieber mit Corsica Ferrys gefahren (nur wegen dem tollen Logo), es wurde aber Moby Lines (somit statt Piratenlogo ein Schiff mit riesigen Bugs Bunnys und Tweeties). Wir waren schon rechtzeitig in Livorno und wollten noch ein wenig durch die Stadt bummeln und vielleicht eine Pizza mit Rotwein genießen. Ok, Livorno ist als Hafenstadt berühmt, nicht für seine Pizzerien. Es wurde dann nach langem Suchen zwar Pizza mit Rotwein, abe...

Wandern in der Toskana

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 Eine malerische Landschaft, schönes Wetter, keine großen Höhenunterschiede, das schreit doch gerade nach einem Wanderparadis. Eigentlich! Die Italiener*innen haben es offenbar nicht so sehr mit dem Wandern. Zwar gibt es den Fernwanderweg Via Francigena , aber abseits davon ist es in der Regel immer abenteuerlich. Unser erster Wanderversuch endete nach einigen Kilometern an einem Zaun quer über den Weg. Den hätte man sicherlich ignorieren können, allerdings machten die 3 großen Hunde dahinter nicht den Eindruck, das sie zu Dekorationszwecken dort sind. Also umgekehrt und die Tour umgeplant. Die wurde dann am Ende doch noch ganz nett. Der zweite Versuch war dann im 'Tal des Teufels' , einem geothermischen Gebiet. Gut markiert, aber nachdem wir das schon in Island erlebt hatten, war hier außer etwas Qualm und Schwefelgestank wenig zu sehen und zu riechen. Unseren dritten Versuch haben wir dann nach Empfehlung durch den Reiseführer auf einer mehr begangenen Route gestartet. Von Mo...

Toscana - Landschaft für die Sinne

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Nach Florenz wollten wir Landschaft und Landwirtschaft. Wir hangelten uns in den nächsten Tagen von einfachen Stellplatz zu „Agriturismo“, was nichts anderes ist als Campen auf dem Bauernhof. Man kann sich oft auf eine wunderschöne Wiese in weitläufigen Gelände zwischen Weinbergen und Olivenhainen suchen, ist abgeschieden und hat absolute Ruhe. Oft werden selbsthergestellte Produkte verkauft und es gibt immer mindestens einen Hund auf dem Grundstück, der pünktlich zur Mahlzeit da ist. Morgens wird man gelegentlich vom hofeigenen Esel wachgeiiaaht.  Die Landschaft ist traumhaft schön: mehr oder minder hohe Hügelketten, die man auf zum Teil sehr steilen Serpentinen überquert, tolle Ausblicke sowohl von unten aus einem Tal und erst Recht, wenn man oben ist. Die Ortschaften konzentrieren sich auf auf die Hügel, sind oftmals immer noch entsprechend ihrer historischen Anlage innerhalb der Stadtmauern. Enge Gasse, liebliche Geschäfte, unfassbar viele Weinläden und Restaurants laden zum Le...

Italienische Frauen tragen keine Ponys

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Insgesamt drei Tage hatten wir für Florenz eingeplant (einschließlich eines Arbeitstages). Das bedeutete Kunst und Geschichte intensiv. Nach einigen Diskussionen entschieden wir uns neben dem Rest der beeindruckenden Stadt nur für eine Auswahl von Museen: Capella di Medici, Santa Maria Novella, Museo San Marco sowie Santa Croce.    Die wunderschöne Altstadt erreichten wir bequem mit dem Rad auf unerwartet guten Radwegen. Die Stadt ist selbstverständlich voll. Uns fielen Unmengen an Schülergruppen auf, die in und vor diversen Museen lagern. Wahrscheinlich steht Florenz im italienischen Lehrplan Geschichte der Klasse 8.    Mir fielen besonders die Frisuren auf. Fast alle weiblichen Besucher haben lange Haare, wie gesagt ohne Pony (im Gegensatz zu mir). Die Jungs meistens "undercut". Dazu reden alle sehr viel, eigentlich ständig, laut ... und drücken vielleicht nur Dinge aus wie. "Ich werde heute Abend Kartoffeln und Quark" essen.".  Nach zwei Tagen hatten wir gen...

Dienstag ist Diensttag

 Die Tour wäre ja ohne das Entgegenkommen unsere Arbeitgeber gar nicht so einfach geworden. So gehört zum Deal auch dazu, das wir auf der Tour regelmäßig unseren Pflichten als Arbeitnehmer nachkommen. Jeweils ein Tag in der Woche sind wir somit immer im Dienst. Praktischerweise haben wir uns dafür den Dienstag ausgewählt. Das ganze hatte auch noch den Vorteil, das die Übergabe nicht so aufwendig wurde, da man im Zweifelsfall ja immer noch zu erreichen ist. Somit braucht es immer am Dienstag einen möglichst ruhigen Stellplatz, idealerweise mit Strom und Wifi. Zwar ist unser Womo mit Solar auf dem Dach und Wechselrichter an Board da sehr autark, aber da Annett den Tag auch immer mal zum Wäschewaschen nutzen will, ist auch eine Waschmaschine und die Möglichkeit eine Leine zum Trocknen der Sachen aufzuhängen durchaus praktisch. Deshalb versuchen wir immer Montag Abend einen Campingplatz anzufahren und dann dort für 2 Nächte zu bleiben. Unser erster Arbeitstag war dann also in Florenz. ...

Bologna mit Marathon

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Wenn sich die Gelegenheit bietet, auf so einer Reise die Gegend auch im Rahmen eines Marathons kennen zu lernen, dann sollte man diese auch nutzen. Gut, am Anfang war nur der Halbmarathon geplant. Dummerweise war der da schon ausverkauft. Aber der 30km Lauf sollte trotz fehlendem Training auch noch gehen. Auch ausverkauft! Blieb nur noch der Marathon. Lediglich das Training dafür fehlte. Somit würde es eine Wundertüte werden. Erst mal ging es nach Bologna zum Übernachten auf einen innerstädtisch gelegenen Parkplatz. Nicht schön, aber umzäunt, bewacht und nur 2km vom Start entfernt. Die Abholung der Startunterlagen wurde mit einer Stadtbesichtigung verbunden. Zum Glück gruppieren sich die Sehenswürdigkeiten der Stadt um den Start-/Zielbereich. Somit wurde die Muskulatur ausreichend geschont. Zur Sicherheit ging es nach einen Zwischenstopp im Straßencafé zurück zum Womo.  Nach einer erstaunlich ruhigen Nacht (immerhin neben einer Hauptstraße), zeigte sich das Wetter sehr marathonfreu...

Unser Navi Waldtraut

 Wenige Tage vor Abfahrt verkündet mir Ronald stolz, dass wir ein neues Navi haben. Auf unseren Touren durch Europa haben wir mit mehr oder weniger Erfolg diverse Anbieter getestet- mein Favorit: „Mandy“ - mit sächsischen Dialekt.  Waldtraud sagt alles an, wie wir schnell feststellen können.  Vor dem Beginn der Fahrt: Anzahl der zu fahrenden Kilometer, wahrscheinliche Fahrzeit,  Anzahl der Rastplätze auf der Strecke Rastplätze: Etwa zwei Kilometer vorher: Name des Rastplatzes, welche Leistungen geboten werde: Toilette, Essen, Übernachtung, Tankstelle …  Etwa ein Kilometer vorher: nochmal der Hinweis auf den Rastplatz sowie Entfernung zum nächsten Rastplatz Auf- und Ausfahrten   Zwei Kilometer vorher - Ansage Ausfahrt Einen Kilometer vorher - Ansage Ausfahrt sowie Sicherheitshinweise, dass man sich vorn einordnen soll bzw. dass sich andere Fahrzeuge einordnen   Sonderhinweise Orte, wo man sich gerade befindet Namen von Straßen, bzw. Autobahnen z.B. „Erl...

Ab in den Süden

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 Das Daumendrücken hat geholfen. Nach langen Telefonieren mit diversen Womo-Händlern entlang der geplanten Strecke haben wir einen Anbieter in Nürnberg gefunden, der genau unser ersehntes Bedienpanel führt. Los. Fahrt unspektakulär, Teil innerhalb einer Minute eingebaut.  Weiter noch nach Kufstein, wo wir im Dunkeln angekommen sind. Noch einen kleinen Rundgang durch die fast menschenleere Stadt, Ankommsekt. Eine lustige Begegnung mit einem vollautomatischen und sehr sauberen Klo, was ich erst einmal lahm gelegt habe …  Schlafen.  

Toller Start!

 Heute soll es ja losgehen, so der Plan.  Wir hatten wunderschöne, liebevolle Abschiedsrunden mit Freunden, lieben Kollegen, einen sehr emotionalen Geburtstag bei Ljuba, haben viele kleine Andenken an Bord und unser "Silberpfeil" steht fertig gepackt auf dem Hof. Räder verladen, Haus safe und nun los geht's.  Denkste! Das zentrale Display, welches die gesamte Elektronik steuert, ist vor uns in eine Auszeit gegangen.  Es folgen stundenlanges Schrauben, Bangen, Hoffen, Recherchieren im Internet, drei Vorortbesuche in Werkstätten.  Nichts!  Nun hoffen wir auf Morgen. Unser erstes Ziel der Gardasee fällt vermutlich flach. Schließlich will Ronald am Sonntag in Bologna laufen ... Bitte Daumen drücken!