Runter von der Insel
Obwohl sich Sardinien am Ende redlich Mühe gegeben hat und sich von seiner besten Seite zeigte, mussten wir die Insel eher verlassen als geplant. Wieso? Wir hatten gerade einen guten Lauf, das Wetter war genial, wir konnten Porto Flavia und die Nuraghe Su Nuraxi besichtigen. Dazu gab es einen genialen Stellplatz in einem Musterdorf mit perfekten Ambiente und 2 offenen (!) Pizzerien in der Nachbarschaft. Es war alles perfekt. Da kam plötzlich die Mail der Fährgesellschaft mit der Mitteilung, dass unsere gebuchte Fähre ausfällt. Wegen Schlechtwetter. Nun hatten wir die Wahl, entweder die Fähre 2 Tage früher oder dann mal gleich 4 Tage später zu nehmen. Und da wir nicht gleich unsere Reservetage am Anfang verheizen wollten, buchten wir die frühere Fähre. Damit wurde das Restprogramm auf Sardinien etwas zusammengekürzt. Es reichte aber noch für Tharros und die Reiskornstrände. Und sogar Alghero mit Schokoladenfestival passte noch rein.
Irgendwie sagten aber die Wetterberichte, das das Sturmtief schon Sonntag kommen sollte. Das ist natürlich sehr beruhigend, wenn man weiß, dass eine 17stündige Fährüberfahrt ansteht. Das dumme an Inseln ist aber, irgendwann muss man mal runter, wenn es weitergehen soll. Also Sonntagmittag mutig auf den Fähranleger in Porto Torres gerollt. Dann aber erst mal Verwirrung. Der Fähranleger der geplanten Fähre war geschlossen. Alle Gelbwesten zeigten immer zu einem anderen. Irgendwann aber doch die richtige Schlange gefunden. Wegen dem angesagten Wind wurde schon mal ein anderer Fähranleger und eine andere Fähre genommen. Ein flaues Gefühl im Magen stellte sich ein. Und das berechtigterweise.
Bis zum Zwischenstopp in Ajaccio war erst mal alles soweit ruhig. Etwas hektisch legte die Fähre dort schon mal 15 Minuten früher ab. Das flaue Gefühl verstärkte sich. 20:00 verstärkte sich auch der Seegang. Die nächsten Stunden schunkelten wir dann mehr oder weniger begeistert Richtung Toulon. Mein Magen beschloss dann kurz vorm Anlegen, das es ihm reicht. Im Hafen von Toulon brauchte es dann einen zusätzlichen Schlepper, damit unsere Fähre überhaupt am Kai andocken konnte. Auch die Anzahl der Befestigungstaue wurde etwas erhöht. Es war doch etwas windig.
Später bei der Besichtigung von Aix-en-Provence merkten wir, das es irgendwie immer noch schaukelte. Und dabei waren wir gar nicht mehr auf dem Meer. Jetzt sitzen wir im Camper, der Sturm rüttelt weiterhin ordentlich am Auto. Das Schaukel lässt nur langsam nach.



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