Prädikat 'Sehr Empfehlenswert'
Wenn auf einer Europareise ein Gebirge mit dem Namen 'Picos del Europa' an der Strecke liegt, ist ja ein Besuch geradezu Pflicht. Unser Besuch stand aber zuerst auf ganz wackeligen Füssen. Da das Wetter in den letzten Tagen sehr unbeständig war und wir regelmäßig auf Wanderungen oder Stadtbesichtigungen vom Regen überrascht wurden, wollten wir eigentlich erst gar nicht auf den Weg in die Berge machen. Zumal die Wettervorhersage für die kommenden Tage eher schlechter als besser wurde. Zum Glück ist die Entfernung des Gebirges vom Meer so klein, das die Tour durch das Gebirge kein großer Umweg sein sollte. Und wenigstens gucken wollten wir mal.
Und wie das mit dem 'mal gucken' so ist, es machte Appetit. Eine sensationelle Landschaft mit engen tiefen Tälern in den klare Bergbäche rauschen und daneben steile Felswände. Und irgendwie schlängelt die Straße sich dort durch. Auch wenn die Wolken sehr tief hingen, man bekam eine Vorstellung davon, was man hier bei gutem Wetter sehen könnte. Also mit der Hoffnung auf besseres Wetter dort auf dem Campingplatz eingebogen.
Und das Wetter wurde besser. Schon am Nachmittag zog es sich auf und wir konnten bei Sonnenschein den Zieleinlauf der Tralläuferinnen und - läufer der Travesera bewundern. Nach 74km und 6500hm !!! kamen diese mitten im Ort ins Ziel. Das hatte enormen Volksfestcharakter. Die Kassiererin im Supermarkt unterbrach kurzerhand ihre Arbeit und rannte auf die Straße um einen Läufer anzufeuern. Angesteckt durch die Stimmung und auch durch das immer besser werdende Wetter motiviert, machten wir uns auch noch auf eine Wanderung, die dann in einem kleinen Restaurant auf dem gemütlichen Dorfplatz endete.
Das war alles so perfekt, das wir einen Tag länger bleiben wollten. Und wir wurden für diese Entscheidung belohnt. Ich startete am nächsten Morgen bei strahlendem Sonnenschein und blauen Himmel auf die Ruta del Cares, ein ca.11km Wanderweg, der in einer engen Schlucht regelrecht in die Felswände 'gefräst' wurde. Spektakuläre Ausblicke und die Ausgesetztheit des Weges machten es so kurzweilig und spannend, dass die Tatsache, das es sich um den selben Weg hin und zurück handelte, keine Rolle spielte und so waren die gut 22km wie im Fluge vorbei. Und auf der Tour sah man immer wieder Wege die rechts und links abgingen und ähnlich viel Spannung versprachen. Ein kleines, aber sehr schönes und reizvolles, Gebirge mit einer tollen Lage nicht weit vom Meer. Man kann wandern, klettern, paddeln oder einfach im Café sitzen.
Auch wenn es vielleicht für ein abschließendes Fazit noch zu früh ist, schließlich sind wir ja noch ein paar Tage unterwegs, so war das wahrscheinlich die erste große Überraschung für uns. Und es war auch das erste Mal auf der Reise, das wir uns vorstellen konnten, hier noch einmal mindestens 2 Wochen zu verbringen.










Kommentare