Alles ist erlaubt, bis etwas passiert …
.. so der etwa siebenjährige Junge eines deutschen Paares, was seit einem halben Jahr in Marokko unterwegs ist. Dieser Satz ging uns mehrfach durch den Kopf, seit wir uns in Marrakesch dem Verkehr stellen. Selbstverständlich nicht selbst, sondern stets mit Taxi. Unser Womo haben wir brav auf dem Campingplatz abgestellt.
Nach jeder Taxifahrt, stets unangeschnallt (da das, laut Aussage eines Fahrers, nicht notwendig sei) danken wir einer höheren Macht, dass wir diese überlebt haben. Dabei konnten wir die Möglichkeit nutzen, verständnislos das Verkehrschaos zu analysieren, Strukturen, Regeln oder Ähnliches zu erfassen.
Hier unsere Highlights:
Es fahren ganze Familien, bestehend aus zwei Erwachsenen und bis zu drei! Kindern auf einem Moped, das kleinste Kind (Säugling) entgegen der Fahrtrichtung zwischen die Eltern gequetscht.
In der Regel trägt kein Motorradfahrer einen Helm, oder der Sozius hält diesen auf dem Kopf des Fahrers fest.
Fahrspuren: sie sind markiert, in der Regel zwei pro Fahrtrichtung. Um schnell fahren zu können, stehen an roten Ampeln bis zu fünf Fahrzeuge nebeneinander.
Blinken: es wird gar nicht oder dauerhaft oder in die falsche Richtung geblinkt. Ronald blinkt inzwischen auch nicht mehr: „Es ist so sinnlos …“.
Spurwechsel erfolgt prinzipiell mit lauten Hupen, zehn Zentimeter vor oder nach einem anderen Fahrzeug. Nicht selten wird von der Spur ganz links rechts abgebogen. Selbstverständlich ohne Blinken.
Transporte: es wird alles auf dem Motorrad transportiert: Flachbildfernseher, große Schränke, gehalten vom Sozius, der auf seinem Sitz steht …
Man könnte noch viel mehr aufzählen, das faszinierende ist aber, wir haben KEINEN Unfall gesehen.
Von solch einem Stress muss man sich natürlich erholen. Das haben wir heute im ANIMA getan.
Hier ein paar Eindrücke:







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