Haben sie reserviert?
Spätestens seit Florenz wissen wir, das man selbst in der Vorsaison bei einigen Sehenswürdigkeiten seinen Besuch vorher planen und möglichst auch gleich online reservieren muss. Das war jetzt bei den Uffizien nicht so schlimm, da Florenz einiges zu bieten hatte und wir ganz froh über die Ausrede bzgl. des Nichtbesuchs der Gemäldegalerie hatten.
Später in Barcelona war es dann die Sagrada Familia, die uns aufgrund einer nicht rechtzeitigen Buchung als Sehenswürdigkeit durch die Lappen ging. Da die Kathedrale auch von außen spektakulär ist und wir schon sehr pflastermüde waren, war auch das für uns kein Weltuntergang.
Dumm ist es, wenn die besuchte Stadt dann eben nur die eine Sehenswürdigkeit hat. Wir hatten ja vor der Fahrt nach Granada schon so etwas geahnt. Und nachdem wir abends viel zu spät in der Stadt ankamen und vor überfüllten Camping- und Stellplätzen standen, bekamen wir etwas Panik. Online war da für die Alhambra schon nichts mehr zu machen. Für die nächsten 3-4 Wochen gab es keine Karten! Nicht so schlimm, dachten wir, dann stellen wir uns halt an der Schlange an und kaufen die Karten vor Ort. Vor Ort dann gefühlt tausende Menschen und keine Karten. Nicht gut. Aber unser Stadtbummel durch die Altstadt, die Albacyn, war dann doch sehr spannend. Aber ab da sollte alles besser werden. Jetzt wird vorbestellt.Der nächste Campinplatz in der Sierra Nevada wurde gebucht. Check! Vor der Weiterfahrt nach Cordoba wurde gescheckt, wann und wie es Tickets für den geplanten Flamencoabend und den Besuch der Mezquita-Catedrale gibt. Wir waren rechtzeitig (also viel zu früh) auf dem Stellplatz und buchten sofort die Tickets. Check! Dann sollte es weiter zum Caminito del Rey gehen. Also auch hier noch schnell den Campingplatz online reserviert. Check!
Irgendwie habe ich aber dabei komplett übersehen, das man auch Tickets für den Caminito del Rey buchen muss. Okay, es ist ein Wanderweg. Es ist in der Vorsaison. Kann ja kein Problem sein. Das man für Wanderwege löhnen muss, wissen wir ja spätestens nach unserem Besuch in Kroatien. Aber auch da konnte man am Vortag bequem noch Tickets für den nächsten Tag buchen. Zuerst dachte ich ja, das Ticketportal ist kaputt, denn es gab keine freien Tickets. Das war aber ein Irrtum, denn die ersten freien Tickets gab es wirklich erst ab Mitte Mai. Solange wollten wir dann doch nicht dort vor Ort bleiben. Und ohne den Caminito weiterfahren? Das war auch keine richtige Option. Also wurde gegoogelt. Und da fand sich dann auch eine Lösung, bei der ich nicht über Zäune klettern und steile Felswände hoch klettern musste. Das Tool heißt Get-Your-Guide. Hier kann man bei entsprechenden Agenturen noch Restkarten buchen, natürlich für einen kleinen Aufschlag (in meinem Fall somit der doppelte Preis des normalen Tickets). Kein schlechtes Geschäftsmodell.
Der Caminito del Ray galt vor wenigen Jahren noch als der gefährlichste Wanderweg überhaupt. Im Internet kursierten Videos von Leuten, die ungesichert über die Rest des alten Arbeiterwegs marschierten. Im Zeitalter der Influencer wollten da natürlich viele hin. Also musste man sich etwas überlegen um dieses Problem in Griff zu bekommen. Also wurde der Weg legalisiert und durch Sicherung und Neuanlage der Wege auch für Ungeübte gangbar gemacht. Ich hatte im Vorfeld so meine Vorurteile und erwartete Selfiejäger mit Fliflops auf dem Weg. Dank der Ranger:innen lief das aber dann doch sehr gesittet ab. Liegt vielleicht aber auch an der Pflicht einen Helm zu tragen. Das sieht auf Instagram immer nicht so cool aus. Und es liegt bestimmt auch der Wegstrecke von 7,5km, die immerhin zu bewältigen ist. Der Weg selber ist mega spektakulär. Und wenn man den Aufwand an Personal und Material sieht, ist der Preis schon ok.
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